Gesund werden mit Sport und Genuss? Die Ernährungsformel | SWR Doku

Gesund werden mit Sport und Genuss? Die Ernährungsformel | SWR Doku


. Eine Ernährungsmedizinerin
und ein Sportwissenschaftler kennen den Schlüssel
für unsere Gesundheit. Sie sagen, viele Krankheiten
werden falsch behandelt. Essen ist eines
unserer wichtigsten Medikamente. Wir können damit eine ganze Menge
unnötiger Pillen sparen. (Belebte Musik) Bei einigen Krankheiten
haben viele Angst, sich zu bewegen. Dabei ist es der wichtigste Motor
für unsere Gesundheit. (Belebte Musik) Lassen sich Krankheiten
durch Ernährung und Sport heilen? Davon sind diese beiden überzeugt. Sportprofessor Ingo Froböse
hat eine Formel entwickelt: die Formel Froböse. Bewegung, Ernährung und Regeneration,
auf jeden individuell abgestimmt – das ist die Basis
für mehr Lebensqualität. Die Ernährungsmedizinerin
Dr. Annette Balz-Fritz hilft vielen Patienten
mit chronischen Krankheiten. Für sie ist klar: Die Ernährung spielt dabei
oft die größte Rolle. Beide wollen beweisen, dass ihre Gesundheitsformel
funktioniert. In nur sechs Monaten wollen sie
kranke Menschen wieder fit machen. Viele wollten mitmachen. Zwei Schicksale
lernen wir heute kennen. “Ich heiße Hans Dieter Oberle,
komme aus dem Großraum Stuttgart, bin 58 Jahre und bin derzeit
als Pharmareferent tätig.” “Wenn es draußen schön ist,
will man laufen, spazieren gehen.” “Aber mit Schmerzen in den Gelenken
geht nix vorwärts.” “Ich hab in einer Zeit
von zehn Jahren ungefähr zwölf bis 20 Kilo
zugelegt.” “Ich nehme regelmäßig
Ibuprofen und Paracetamol.” “Die sind nicht gerade
magen- und leberfreundlich.” “Mein Ziel ist,
ein Stück weit runterzukommen.” “Was kann ich tun?
Was hilft mir?” “Wo steh ich
in einem halben Jahr?” Rheuma gilt eigentlich
als unheilbar. Können sie
dem Schwaben dennoch helfen? Eine erste Analyse. Schauen wir uns den Kandidaten an
mit der rheumatischen Erkrankung, mit der chronischen Entzündung: Besonders typisch
ist diese Morgensteifigkeit. Vielen fällt das am Anfang auf. Die können nicht mehr
die Hand geben. So eine Muskelschwäche.
Das sind die ersten Symptome. Dann kann das in die Knie gehen,
in die Fußgelenke. Das heißt,
die Bewegungseinschränkung kann wöchentlich
schlimmer werden. Und wenn ich mir
die Beine anschaue oder seine Schultern,
die hängen richtig. Da fehlen Muskeln. Das heißt,
er hat keine Zuckerverwertung. Oft wird ja auch
die Ernährung umgestellt. Dann heißt es,
wenig Fleisch essen. Oft werden
zu viele Kohlenhydrate gegessen. Die Menschen wissen gar nicht:
Was sollen sie raussuchen? Also eine Fehlernährung.
– Spannender Fall. Den bringen wir in Bewegung.
– Ich denk auch. Doch sich morgens
in Bewegung bringen, genau das fällt Hans Dieter Oberle
Tag für Tag schwerer. Zu stark sind die Schmerzen. Die allmorgendliche Tätigkeit: Zucker messen,
Tabletten nehmen. Arbeiten wäre ohne den
Medikamentencocktail unmöglich. Aber die Rheumamedikamente
haben bei ihm Diabetes ausgelöst. Auch dagegen
muss er jetzt Pillen schlucken. Ein Teufelskreis. Und die Zuckerwerte
werden immer schlechter. Hans Dieter Oberle steht kurz davor,
Insulin spritzen zu müssen, wenn die Werte nicht besser werden. Nicht so erfreulich, 137. (Angespannte Musik) So kann es für ihn
nicht weitergehen. Die nächste Aufgabe wartet. Die zweite Kandidatin
mit Leidensdruck. Vor lauter Schmerzen kann die Profi-
Triathletin kaum noch trainieren. Können die beiden Wissenschaftler
ihr helfen? “Mein Name ist Verena Walter,
ich bin 37 Jahre alt und komme aus Iserlohn
im Sauerland.” “Ja, mein Problem ist, dass ich jetzt schon
seit über anderthalb Jahren verletzt bin.” “Ich hab eine chronische Entzündung
am Sitzbein.” “Und war schon bei allen Ärzten,
eigentlich ohne Erfolg.” “Meine Osteopathin
hat mir dann empfohlen, dass ich auch mal
Augenmerk auf die Ernährung lege, weil ich immer
so einen Blähbauch habe.” “Das Wort ist schrecklich,
Blähbauch.” “Auf jeden Fall …
ja, hab ich Probleme damit.” “Und sie meinte, das könnte sich auch
auf diese Beckenregion auswirken.” “Und da soll ich mal gucken,
dass ich das in den Griff bekomme.” Bisher konnte ihr keiner helfen. Unsere Experten haben eine Idee. Sie sagt, es könne sogar
einen Zusammenhang geben. Kann ich mir sehr gut vorstellen. Der Blähbauch hat ja oft
entzündliche Komponenten, die von der Ernährung
kommen können. Überbelastung,
vielleicht durch Sport. Dadurch Veränderungen
der Darmschleimhaut. Und schon reagiert man
auf Lebensmittel. Grade Entzündung ist ja … Wenn man das Sitzbein betrachtet,
das ist bei ihr ein zentrales Organ. Sie läuft, fährt Fahrrad, schwimmt. Sie braucht es
letztendlich immer. Wir wissen ja bei Sportlern, dass die immer –
grade nach dem Training – ein ganz niedriges
Immunsystem haben, das nicht ausreichend
Abwehrkräfte entwickeln kann. Vielleicht bekommt sie die
Entzündung gar nicht in den Griff. Vielleicht macht sie
auch Ernährungsfehler. Man versucht ja immer,
sich entsprechend zu ernähren, damit das Gewicht konstant bleibt. Schauen wir uns mal
die Körpermitte exakter an. Ingo Froböse
macht sich direkt auf den Weg. Bei einem Training
möchte er herausfinden: Wie groß sind die Schmerzen
bei Verena Walter? Seit anderthalb Jahren
hab ich diese Entzündung. Ich hatte wirklich
so starke Schmerzen, dass ich auch nachts einen richtigen
Entzündungsschmerz hatte und nicht schlafen konnte. Und jetzt sind wir
die letzte Hoffnung. Ja! Eine große Last
auf unseren Schultern. Wobei wir schon
einige Möglichkeiten sehen. Wir schauen,
was wir tun können. Doch wie genau
äußern sich die Schmerzen? Ja, also … jetzt merk ich es,
jetzt, jetzt, jetzt, jetzt … Immer, wenn ich
einen Schritt nach vorne mache. Und wenn du mir den Punkt
mal zeigen würdest? Wo ist das? Innenseite, so ein bisschen.
– Hier, so … drin.
– Jaja, verstehe. Heftig. So, Herr Oberle. Ich muss jetzt noch mal
Ihre Taille messen. Hausbesuch von Annette Balz-Fritz. Ein bisschen ziehen.
– Ja, ich kann noch fester ziehen. Sie hat heute einiges vor. Sie legen sich jetzt bitte
auf die Matte. Auf den Rücken, bitte. Sie wissen ja, Rheumatiker
kommen nicht so leicht runter. Ja, das ist schon
die erste Übungseinheit. Das ist bestimmt
ein anstrengender Tag für Sie. Ja, sehr anstrengend.
– Ja. Das Gerät misst,
wie hoch der Körperfettanteil, die Muskelmasse
und der Wasseranteil sind. Annette Balz-Fitz erwartet
einen eher geringen Muskelanteil. Denn wegen seiner Schmerzen
meidet Hans Dieter Oberle Bewegung. Langsam.
(Er ächzt.) Ich möcht Ihnen gern
ein bisschen Blut abzapfen. Dabei können Sie mir vielleicht so
ein bisschen was erzählen. Die rheumatischen Beschwerden
haben ganz plötzlich angefangen? Oder war das irgendwie
so ein schleichender Prozess? Die kamen aus heiterem Himmel,
von null auf hundert. Ja. Und Sie konnten sich dann
plötzlich nicht mehr bewegen? Ja. Ich war steif,
total gelähmt. War im Auto gesessen,
bin in die Garage gefahren. Okay, Stopp jetzt mal ein bisschen. Und da …
hat sich der Körper entzündet. – Ja. Dann war die Entzündung da. Heute kann er sich
kaum mehr bewegen. Die Blutanalyse im Labor
soll zeigen, wie schlimm seine Werte sind. Das Datum von heute,
Ihre Körpergröße … Ein Ergebnis gibt es aber schon.
Und das überrascht. Was mich jetzt
besonders überrascht hat: ihre Aktivzellmasse,
die Muskulatur. Und da sind Sie
supergut ausgestattet. Und wir haben ja gedacht,
dass Sie weniger haben. Haben Sie früher mal
richtig Sport gemacht? Ich war Marathonläufer.
– Ah ja. Das hilft eigentlich auch
zum Abnehmen, aber wenn man Muskeln hat,
hat man auch viel Hunger. Das könnte auch
wie ein Heißhunger sein. Dass Sie immer wieder was brauchen
und Zwischenmahlzeiten haben. Dann: die Stunde der Wahrheit. Welche Ernährungssünden
wird die Ärztin bei ihm finden? Ah, da stehen ja
schon mal schöne Öle. Das ist ja ganz gut, ja? So ein Sesamöl, das ist eine
mehrfach ungesättigte Fettsäure, die sollte man
immer mal einbauen, ja? Was wir hier haben –
das tu ich schon mal mit raus. Das sind die Wurstsorten.
Da geh ich gleich drauf ein. Und das,
gehört Ihnen das auch? Natürlich gehört das mir.
– Aaaah, das tun wir mal dahin. Bei den Wurst- und Fleischsachen: Wurst ist das, was ich am ehesten empfehle,
was man nicht essen sollte. Da haben wir hier zum Beispiel
die klassischen Wiener Würstchen, die sind aus Schweinefleisch. Schweinefleisch wirkt halt
auch entzündungsfördernd. Oh je. Fleisch ist sein Gemüse.
Bislang. Gehen denn wenigstens noch
Maultaschen mit Hack-Spinat-Füllung? Sie bereiten die ja noch zu.
Was ist Ihre Lieblingszubereitung? Riesling-Sahnesauce.
– Mhm, genau. Sie fangen schon selbst an
zu schmunzeln, das heißt, Sie wissen,
dass ich das nicht so machen möchte. Man könnte die Maultaschen viel-
leicht als vegetarische Maultaschen, eben nur gefüllt mit Gemüse,
mit grünem Gemüse … Alles, was grün ist oder lila,
zum Beispiel, sind besonders
entzündungshemmende Gemüsesorten. Wenig Fleisch, viel Gemüse. Bislang war es bei dem Schwaben
genau umgekehrt. Auch mit zuckerhaltigem Joghurt
ist Schluss. Stattdessen: Walnüsse. Und: Vollkorn- statt Weizenbrot. Denn das alles wirkt
bei Rheuma entzündungshemmend. Eine große Umstellung
für den Schwaben. Es ist nicht so einfach,
wie man sich das vorstellt. Der Alltag sieht etwas anders aus. Ich glaube nicht,
dass ich alles umsetzen kann, aber ich hoffe es
und werde dran arbeiten. Bei Verena Walter
sucht Ingo Froböse immer noch nach den Ursachen ihrer Schmerzen. Meines Erachtens
hat ganz viel mit Muskulatur zu tun. Mit Sehnenansätzen,
mit Bindegewebe. Und deswegen, glaub ich,
ist Dehnung ein wichtiger Faktor. Einfache Übung: Fuß drauf, kennen wir alle
aus der Schule noch, ne? Ja, guck. Das ist aber auch
die Schokoladenseite, oder? Das halten wir so zwei Minuten,
und dann merkt man, es ist immer etwas weniger,
man zieht wieder etwas nach. Damit immer der Reiz gegeben ist.
Damit das Bindegewebe folgt. Das, was Sie haben –
da bin ich ganz sicher -, ist eine bindegewebige Belastung. Und das Knie immer unten halten
ein bisschen, genau. Was ich also möchte, ist, dass die Rückseite der Beine
schön lang wird. – Mhm. Damit wir
ein wunderbares Verhältnis bekommen zwischen kräftigem Oberschenkel
und einem langen Beuger, ja? So, Schritt wird größer.
Geht es besser? Ja, also, wenn ich warm bin,
wird es etwas besser. Gutes Zeichen, gutes Zeichen! Oft dehnen Sportler
nur die trainierten Zonen. Schmerzen gehen aber auch
von Regionen aus, von denen es kein Mensch denkt. Ein häufiges Problem,
auch bei Hobbysportlern. Das ist grade für Läufer
und auch Radfahrer: Man krallt ja sehr oft.
Machen Sie das auch? Dass Sie grade in der Anstrengung
die Zehen zusammenziehen? Ich glaube, ja. Besonders im rechten Fuß
merk ich es. Also, ich würde mir da
etwas wünschen. Und zwar: Zehendehnung. Und zwar jeden Zeh für sich. Hochnehmen. Und dann muss es
unterhalb der Fußsohle ziehen. Und dann gehen wir jeden Zeh durch. Einzeln. Und das ist eine Übung, die jeder Sportler
jeden Tag machen sollte. (Ruhige Musik) Radfahren kann Verena Walter auch heute die ersten Minuten
flüssig und ganz ohne Schmerzen. Aber je länger sie fährt,
desto schlimmer wird es. Woran kann das liegen? Also, wir haben hier wirklich
einen sehr sportlichen Sitz, muss man sagen –
sehr weit vorgeneigt. Sehr starke Beanspruchung
der Rückenmuskulatur. Hier unten wird getreten,
oben muss alles immer fix sein. Und das über vier Stunden zu halten,
das führt dazu, dass alle Muskeln
verspannen und verkrampfen. Ich fang an zu schwitzen. Gut, das ist gut! Damit die Entzündung im Sitzbein
besser wird, steht für Verena Walter
nach diesem Tag eines an: Ja, ich muss auf jeden Fall
mehr dehnen. Täglich dehnen,
mehrmals täglich dehnen. Und … Ja, auch diese Stelle
einfach bearbeiten, dass mehr Durchblutung reinkommt. Das hab ich
auf jeden Fall mitgenommen. Das werd ich jetzt umsetzen. Und die Zehen dehnen.
– Und die Zehen, auf jeden Fall! Jeden Tag, ganz wichtig.
– Ja. Sportlich hat sie einige Hausaufgaben
für die nächsten Wochen bekommen. Aber ihr Blähbauch
bleibt ein Rätsel. Annette Balz-Fritz
hat ihn im Verdacht, dass er für die Entzündungen
verantwortlich ist. Ein Ultraschall
soll erste Hinweise geben. Bisher zieht Verena Walter
den Bauch ständig ein – Muskeln genug hat sie ja. Von der Bauchsituation her, wenn Sie jetzt
einfach mal entspannt dastehen. Ich weiß,
es ist schwer für Sie! Das glaub ich. Das wäre jetzt
die normale Position. Und ansonsten halten Sie …
ziehen Sie den Bauch rein, weil es Ihnen unangenehm ist.
– Ja. Mhm, okay. Alleine, wenn man hier draufklopft,
merkt man so dieses … ja … ein bisschen plätschernde Geräusch. Das ist schon ein Luftanteil,
der da drin ist. Wenn Sie dann frühstücken,
wird das gleich noch mehr? Ja. – Also, wenn ich esse,
danach ist es gleich … Ein bisschen stärker.
– Ja. Ein Blähbauch
kann viele Ursachen haben. Oft sind es
Lebensmittelunverträglichkeiten. Ein sogenannter IgG-Test soll zeigen,
ob Verena Walter welche hat. Erfasst werden hier
Unverträglichkeiten, die aber auch
wieder weggehen können. Anders als dauerhafte Allergien
wie Laktoseintoleranz. Der Test
ist unter Medizinern umstritten. Doch die Ärztin hat damit
gute Erfahrungen gemacht. Wenige Tage später die Ergebnisse. Wo Sie reagiert haben,
sind Milchprodukte. – Nein! Ja. Und das ist jetzt
keine Laktoseintoleranz, also nicht
auf den Milchzucker reagiert, sondern
auf das Milcheiweiß reagiert. Mist!
– Das ist etwas schwerer. Mein geliebter Käse! Was aber zusätzlich
noch rausgekommen ist: dass Sie einen erhöhten
Candida albicans haben. Das bedeutet, dass Sie etwas vermehrt
Pilze im Darm haben. Darmpilze sind nicht ungewöhnlich.
Wir alle haben sie. Doch mittlerweile essen wir
immer mehr Zucker und Kohlenhydrate. Davon lebt der Pilz
und vermehrt sich munter. Es bilden sich Pilznester. Und zu viele davon
sind gefährlich. Denn dann gerät
das Gleichgewicht zwischen der normalen Darmflora
und dem Pilz durcheinander. Mögliche Folgen:
Blähbauch, Müdigkeit, Entzündungen. Ich kann mich erinnern,
Sie hatten gesagt: “Ich ess viel
und brauch grade Süßes.” Richtig? – Ja, also, ich hab ja
eigentlich nach jeder Mahlzeit was Süßes noch als Abschluss
gegessen, das stimmt. Ja. Ich hoffe,
Sie lachen dann auch noch. Ich möchte Ihnen das alles
gerne ein bisschen wegnehmen. Um den Pilz auszuhungern,
muss sie Medikamente nehmen und mehrere Wochen
sehr strenge Diät halten. Ingo Froböse hat heute einiges vor. Er will Hans Dieter Oberle
wieder in Bewegung bringen. Durch sein Rheuma
macht er gar keinen Sport mehr. 200 Meter gehen –
mehr schafft er nicht. Was haben Sie früher gemacht?
Haben Sie sportliche Vorerfahrung? Ja, ich war Marathonläufer.
Bis 2002. Wie schnell waren Sie?
– 3:18 war mein Höchstwert. Ganz schön zügig. Ja. Und heute tut es weh,
wenn man mit dem Auto fährt und sieht die Läufer vorbeilaufen,
in der freien Natur. Ist doch klar.
– Und da geht nichts. Und da möchte ich wieder hin. Nicht zum Marathon,
aber zum zügigen Gehen. Beginnen wir
mit dem Training der Faszien. Dafür hab ich so eine Rolle. Wir werden Muskeln und Bindegewebe
geschmeidiger halten. Fuß aufstellen, genau. Je nachdem,
wie viel Gewicht drauf ist … Genau so. Und?
– Heftig. Ja, heftig, ne?
– Ja! Ein bisschen mehr
in die Kniekehle hinein, genau. Richtig schön auch
bis zum Sprunggelenk runter. Ja. Ja, so.
Sehr schön. Fünfmal, sechsmal rollen,
dann … Okay.
– .. das Bein wechseln. Das andere Bein natürlich auch. Faszien sind Fasern im Bindegewebe,
die schnell verkleben. Durch das Rollen werden sie gelöst. Besonders effektiv bei Rheuma, da es die Gelenke
wieder geschmeidiger macht. Es sieht einfacher aus,
als es ist. Der Fuß bleibt stehen. Boah!
– Boah … Tut weh?
– Ja. Jetzt machen wir ein bisschen was
für die Muskelkraft. – Okay. Einfachste Übung:
Wir setzen uns mal hin. (Er ächzt.) So.
– Sie setzen sich hin wie ein Hund. Geht nicht anders!
– Der sich auch so rum … Muss ich!
– Muss? Warum? Weil ich mit der Hüfte
nicht runterkomm. Ist sie so unbeweglich?
– Ja. Was wir jetzt machen, ist: Wir spannen erst mal das rechte an.
– Ja. Geht? Halten, halten, halten.
Geht, ne? – Ja. Und wieder lösen.
Ich sehe: Dieser Muskel
spannt sich wunderbar an. Anderes Bein.
Halten, halten, halten, halten! Der ist schwächer.
Der linke ist deutlich schwächer. Wieso?
– Schonhaltung. Das linke Bein schonen Sie mehr.
Sieht man. Jetzt machen wir
beide gleichzeitig. Halten, halten, halten …
nachlassen. Wunderbares Muskeltraining.
Ohne Gelenkbewegung. Und ohne Zusatzmaterial.
– Ohne Zusatzmaterial. Und Sie werden sehen: schont die Gelenke,
kräftigt die Muskulatur. Dann bekommen Sie Stoßdämpfer,
die super sind. Es gibt viele gelenkschonende Übungen
für Rheumatiker. Täglich 15 Minuten reichen. Das ist effektiver als einmal pro Woche
ein langes Training. Auch Hans Dieter Oberle
schafft mit den richtigen Übungen mehr als er dachte. Geht gut?
– Top, ja. Aber wir sind noch nicht fertig. Nee?
– Runter, nein! Oh Mann. Muskeln müssen brennen,
damit sie wachsen. Ganz wichtig. Hoch und … Bislang macht er alles mit. Aber dann: sein Hassgerät. Haben Sie Lust,
Fahrrad zu fahren? Das macht mir
grundsätzlich keinen Spaß. Ein Fahrrad ist wirklich
eine wunderbare Möglichkeit, die Gelenke zu bewegen,
ohne sie zu belasten. – Okay. Weil nämlich
auf diesem kleinen Teil hier 60 bis 70 Prozent
Ihres Körpergewichtes lasten. Okay.
– Aber: Das trifft natürlich nur zu,
indem wir keinen fetten Gang fahren. Denn wir könnten
alles wieder zunichte machen, indem wir einen zu hohen Gang wählen
und die Muskulatur so arbeiten muss. Das wollen wir nicht,
denn das hat folgenden Effekt: Je schneller ich trete, umso weniger Belastung
ist auf den Gelenken. Umso besser
werden die Gelenke ernährt. Was spüren Sie jetzt? Nix, ich fühl mich wohl.
– Super! So muss es sein! Ich werd wohl
keinen Marathon mehr machen, von der Belastung her. Aber ich möcht
sportlich am Leben teilnehmen. Ist das möglich? Ich glaube,
hier wird Muskelmasse helfen, die Gelenke zu stabilisieren,
Stoßdämpfer darzustellen und somit
Gelenksschutz zu entwickeln. Wenn wir dann das Bindegewebe
geschmeidiger machen – er hat sich ja gewünscht,
beweglicher zu werden. Ich glaube,
so erfüllen wir seine Ziele. So schaffen wir
einen großen Schritt. In den ersten drei, sechs Monaten haben wir wohl einen Kandidaten,
den wir nicht wiedererkennen. Um ihren Darmpilz loszuwerden,
muss Verena Walter ihn aushungern. Das heißt: vier Wochen
keine Kohlenhydrate und kein Zucker. Also genau das,
was sie am liebsten mag. Schnell wird klar,
wie schwer das ist. Denn Zucker
versteckt sich fast überall. Hallo, schönen guten Tag!
– Hallo! Eine Frage: Haben Sie eine Liste,
wo drinsteht, welche Inhaltsstoffe
in den einzelnen Wurstsorten sind? Genau. – Wir müssen
bestimmte Sachen beachten. Wir haben hier einen Ordner, wo wir alle Produkte
aufgezählt haben. Die Triathletin muss ab jetzt
eigentlich alles prüfen. Ein ganz schöner Aufwand. Wirklich sicher kann sie nur sein,
wenn sie alles selbst zubereitet. Lachs wär schon mal mein Fall.
– Ja. Ich würd dann
zwei Stückchen nehmen, ein kleines für meinen Freund
und ein großes für mich. Perfekt.
Sie brauchen ja das Eiweiß. Das ist wichtig.
Grade für den Sport. Darf es noch was sein?
– Ich denk, das wär’s. Auch nach der strengen Diätphase
soll sie Zucker meiden. Denn der fördert Entzündungen –
auch die in ihrem Sitzbein. Eine Alternative:
Obst mit wenig Fruchtzucker. Hier sind halt
ganz unterschiedliche Beeren. Die haben erst mal
ganz viele sekundäre Pflanzenstoffe. Die sind auch wichtig,
sind auch entzündungshemmend. Und der Zuckeranteil bei den Beeren
ist also besser, weil auch langfristig gesehen der Zuckeranteil
reduziert werden soll. Ich möchte Sie gern
von diesem hohen Zuckerkonsum, der besonders in den Kohlenhydraten,
im Süßen drin ist, eher so ein bisschen wegbekommen.
– Mhm, okay. Auch Kuhmilchprodukte sind tabu, da sie auch noch
einige Lebensmittelallergien hat. Ich frag mich jetzt grad noch,
was ich zum Frühstück esse. Meistens – eigentlich täglich –
habe ich Joghurt gegessen. Also, normalen … Also, ideal ist jetzt
Ziege und Schaf. Da sind wir auch gleich hier. Da ist das Ziegenjoghurt.
Als Naturjoghurt. Und das Schafsjoghurt. Da muss man immer drauf achten: Die sind eigentlich immer
griechischer Art. Aber das gibt es eben
einmal mit Kuhmilch und einmal mit Schafsmilch. Auch beim Käse
geht nur noch Ziege oder Schaf. Also, ich muss mich wirklich
total umstellen. Das Frühstück, was ja mit
meine Hauptmahlzeit ist, da hab ich erst mal
schon Schwierigkeiten und muss mal gucken,
wie ich da so klarkomme. Ich geh erst mal davon aus, dass hauptsächlich
ihre Reizdarmsymptomatik, dieser Blähbauch,
dass der weggeht. Das ist eigentlich
das erste Ziel. Längerfristig, dass das Entzündungs-
potential aus ihrem Körper rausgeht. Und dass dann
vielleicht auch die Entzündung, die sie jetzt eben spürt
bei ihrem Sport, die Schmerzsymptomatik,
dass wir die reduzieren können. Hans Dieter Oberle
muss an den Tropf. Seine Blutanalyse hat einen akuten
Vitamin-C-Mangel ergeben. So groß,
dass nur eine Transfusion hilft. Die Defizite, die Sie haben, die auch bedingt sind
durch die Medikamenteneinnahme und durch diesen langen Verlauf
der Erkrankung … Der fordert ja von Ihnen. Das heißt,
Sie müssen mehr reintun als … normalerweise. Sein täglicher Medikamentencocktail
ist offenbar ein Vitamin-C-Fresser. Über seine Nahrung alleine
konnte er das gar nicht abdecken. Der Rheumatiker wusste das nicht. Vitamine sind für die Gesundheit
oft wichtiger als gedacht. (Ruhige Musik) Ingo Froböse möchte
in der Mannheimer Fußgängerzone die Gesundheitsformel
unter die Leute bringen. Er will zeigen: Kleine Veränderungen im Alltag
bringen viel. Los geht’s mit dem Trinken. Zwei Liter am Tag –
das weiß jeder. Aber wann braucht der Körper
das meiste Wasser? Morgens, mittags oder abends? Morgens bis zwei Tassen Kaffee,
um wach zu werden. Und das war’s?
– Und das war’s erst mal. Bis?
– Mittag. Von morgens bis mittags
trink ich sehr viel in der Arbeit. Ja?
– Abends trink ich fast nichts. Weil ich schon älter bin, muss ich sonst
nachts auf die Toilette. Das will ich nicht.
– Klar. Warum machen Sie das so?
Was meinen Sie? Das ist Gewohnheit. Wissen Sie,
wie das sein müsste? So. Es müsste quasi das morgens sein
und das abends. Weil: Wir haben eine lange Nacht,
acht bis zehn Stunden. In der Regel.
Sieben oder acht. Sie verlieren mindestens einen Liter
in der Nacht. Egal, ob es warm ist. Normalerweise müssten Sie also
zwei Drittel – das – bis mittags allegetrunken haben. Abends … nicht mehr. Weiterer Faktor
der Gesundheitsformel: die Muskelkraft. Fehlende Bauchmuskeln
können Rückenschmerzen auslösen. Halten, halten, halten … Geht noch ein bisschen höher?
Halten … Geht noch?
– Geht noch. Jaaaa! Okay. Aber halten geht nicht? Nee, ne?
Okay, macht nix. Aber nur Muskeln reichen nicht. Sie müssen auch beweglich sein. Ich muss noch mal kurz messen. Wir haben … zehn Zentimeter,
das ist gut. – Das ist gut. Und los. Im Alter oft unterschätzt:
der Gleichgewichtssinn. Super. Geht leicht.
– Das geht. Geht es auch
mit geschlossenen Augen? (Ruhige Musik) Jaaa … Boah! Schwieriger, ne?
Eieiei … Das ist schwierig.
– Schwierig, ne? Kleine körperliche Schwachstellen
hatten alle, die mitgemacht haben. Oft helfen dagegen
einfache Alltagsübungen. Es gibt eine Übung,
die ist wie eine Vollkasko. Der Hacker.
Arme so wie ich, so. Ja. Ein bisschen mehr anlegen. Und dann ist das die Übung.
So. Ganz schnell. So schnell, wie es geht.
Ganz schnell. Genau. Da merkt man richtig,
wie viel im Körper passiert. Eine der besten Übungen
gegen den Rückenschmerz. Sollte jeder machen. Wenn wer sagt, er hat keine Zeit:
Geht nicht, 30 Sekunden hat jeder. Schnell gehen muss es auch hier. So … da ich ja
meine Ernährung umgestellt habe, hab ich auch schon gelernt,
dass man vorbereitet. Weil wenn man nach Hause kommt,
hat man Hunger. Da muss es schnell gehen. Heute machen wir uns
eine leckere Gemüsepfanne. Da gibt es eine tolle Hackmaschine.
Das find ich ganz cool. Da ich eher auch
zu den Menschen gehöre, die etwas faul sind. So kommt das dann raus.
Und so kommt auch das Gemüse raus. Blumenkohl und Karotten hat er
schon am Abend vorher geschnitten. Das ist praktisch
total rohes Gemüse. Ist also nicht blanchiert
oder sonst irgendetwas. Hans Dieter Oberle
hat sein Leben komplett umgekrempelt. Fleisch kommt nur noch selten
in die Pfanne. Auch sein ungesundes Trinkverhalten
hat er verändert. Ach ja,
darf man auch nicht vergessen. Trinken. Hier.
Mein Basiskrug. Täglich drei Liter. Jedes Mal ein Krug. Der wird zweimal zu Hause gefüllt, und einmal geht ein Liter
unterm Tagesgeschäft los. Früher hat er tagsüber
kaum getrunken. Dabei ist es bei Rheuma wichtig, damit die Schadstoffe
ausgeschwemmt werden. Nur mit dem grünen Gemüse,
wie Brokkoli, tut er sich noch schwer. Es wirkt entzündungshemmend,
schmeckt ihm aber nicht wirklich. Ich hab heute kein Grün dabei. Wir haben dafür grüne Teller. Mein Gedanke war immer: Ohne Fleisch geht nix,
ich liebe Fleisch. Ich esse Fleisch und Wurst
unheimlich gerne. Aber inzwischen
hab ich mich so dran gewöhnt, dass ich mein Fleisch
total reduziert habe. Mir schmeckt das jetzt richtig gut.
Und mir fehlt auch nix. Und es bringt auch was. Das war auch eine Situation:
Bis vor Kurzem … konnte ich meine Schuhe
so nicht anziehen. Da brauchte ich Hilfe. Und inzwischen kann ich wieder …
selbst binden. Das ist doch schon
ein toller Erfolg. Der kleine Erfolg motiviert. 30 Minuten Sportprogramm
im Kellerraum gehört jetzt zum Alltag. Das Radfahren hat er beibehalten, obwohl er sich erst
dagegen gesträubt hatte. Aber er und die Faszienrolle
werden wohl keine Freunde mehr. Da bin ich froh,
wenn ich das vorbei hab. Jeden Tag.
Auch sonntags. Noch. Er hofft, dass er die “Folterrolle”
bald nicht mehr täglich braucht, wenn er weiter
so gut isst und trainiert. Ob das klappt? Verena Walter führt Videotagebuch. Wegen ihrer Lebensmittelallergien
und dem Darmpilz muss sie auf ganz viel verzichten. Das stresst mehr,
als sie dachte. “Ach, ich hätt jetzt echt
mehr Hunger auf Brot und … Müsli und meinen Käse und das,
was ich sonst immer gegessen habe.” “Ich hab mich immer noch nicht
so wirklich anfreunden können.” “Trotzdem guten Appetit.” Aber nicht nur das Essen
macht Probleme. Die Triathletin
leidet seit Monaten unter einer schmerzhaften Entzündung
am Sitzbein. Regeneration
wäre für den Körper wichtig. Deshalb wollte Ingo Froböse, dass sie unbedingt
zwischen den Trainings Pausen macht. Das ist ja doof.
Weniger trainieren. Das kommt nicht infrage. Ich weiß,
das ist manchmal unklug von mir, aber ich bin eher
so eine Vieltrainiererin. Und wenn ich nicht abends
so völlig erledigt bin, hab ich immer das Gefühl,
ich hab was falsch gemacht. Nach zwei Monaten Ernährungsformel
ist ihr Fazit eher gemischt. Ja, nach den ersten zwei Wochen
war es echt megagut, da dachte ich: “Wow!” “Was ist los?”
Ich konnte es gar nicht glauben. Und ich hab mich vom Becken her,
von der Beweglichkeit … total … viel beweglicher gefühlt. Beim Laufen,
ich hatte einen langen Schritt. Und so muss sich
das Laufen anfühlen. Ich hab dann wieder ein paar
Nahrungsmittel mehr dazu genommen. Und … ja. Dann war ich total enttäuscht,
dass es wieder schlechter wird. Das fühlt sich einfach schlecht an. Ich hab auch oft gar keine Lust
zu trainieren oder laufen zu gehen, weil ich weiß, boah, das Laufen wird sich jetzt
einfach scheiße anfühlen. Nimmt Verena Walter die Ernährungs-
umstellung nicht ernst genug? Derzeit ist sie jedenfalls
weit davon entfernt, an ihre alten Wettbewerbserfolge
anzuknüpfen. Ihr Partner versucht, sie bei der Ernährungsumstellung
zu unterstützen. Doch bei den vielen Allergien
ist Einkaufen gar nicht so einfach. Es ist lästig.
Anstrengend ist es nicht. Aber es ist einfach lästig,
immer dran zu denken. Ich war fixiert darauf,
nur zuckerfreie Dinge zu besorgen. Da hab ich nicht drauf geachtet,
dass es Sonnenblumenöl ist. Jetzt haben wir ja
einen gewissen Bestand an Vorräten, die zwar zuckerfrei sind,
aber Sonnenblumenöl enthalten. Und auch darauf
reagiert sie allergisch. (Angestrengte Laute) Geschafft! Jetzt geht’s erst mal
unter die Dusche. Ja, wär natürlich cool,
wenn da ein Sternekoch stünde und der so …
mir alles zubereiten würde. Und ich mich gleich an den
gemachten Tisch setzen könnte. Im Prinzip ist das ja auch
sonst immer so, ne, Uli? Das ist mein Sternekoch.
(Sie lacht.) Das Gefühl
der guten ersten zwei Wochen will sie wiederhaben. Dafür braucht sie
viel Disziplin und Nerven. Kurkuma. Darf ich nicht. Find ich doof, weil das ist ja mit
ein Hauptbestandteil von asiatischen Currys. Deshalb muss sie jetzt
selbst etwas zusammenmischen. Mit anderen
isst sie eigentlich kaum noch. Schuld ist das Zuckerverbot. Viertel … Wenn man sich halt trifft zum Essen
und alle schlemmen da lecker Kuchen und ich sitz da, hab Maronen
mitgenommen und die gegessen. Das war schon blöd. Ausgehen macht ihr
nicht mehr viel Spaß. Oft kocht sie zu Hause. Eigentlich
wünscht sie sich nur eins: Dass es so wird
wie nach den ersten zwei Wochen, dass ich beim Laufen
diesen schönen langen Schritt habe. Und ich mich so toll fühle. Das würd ich mir wieder wünschen. Große Fortschritte dagegen
bei Hans Dieter Oberle. Nach vier Monaten kann er
endlich wieder schmerzfrei walken. Für den Rheumatiker
ein kleines Wunder, wenn er an die Zeit
vor seiner Umstellung zurückdenkt. Da wäre bei diesem Baum hier
das Ende gewesen. Also, diese Grenze,
das sind so 100, 200 Meter. Da hätte ich keine Kraft mehr gehabt
in den Beinen. Auch mit Stöcken
wäre es nicht gegangen. Und dann lässt der Mut nach
weiterzumachen. Und deshalb bin ich
gar nicht mehr gelaufen. Jetzt kann ich wirklich
einen guten Kilometer … Zum Beispiel hier rein ins Dorf
ist gar kein Problem. Und das find ich einfach toll. Bald will er seine Rheumatabletten
sogar ganz weglassen. Auch das viele Autofahren
und Laufen, das er als Pharmareferent
täglich machen muss, geht nach vier Monaten
Ernährungsformel so gut wie lange nicht mehr. Bis vor einem guten Vierteljahr konnte ich nicht
meinen Oberkörper drehen. Ich musste mit dem Spiegel
aus- und einparken. Das ist jetzt schon phänomenal,
wenn das funktioniert. Allerdings stellt ihn der Außendienst
auch täglich auf die Probe. Denn unterwegs gesund essen …
– Tja. Schwierig. Ich hätt gern
so ein Schokostück da vorne. Ja, das, ja.
– Jawoll. Also, normalerweise
müsst ich jetzt eigentlich … mein gutes mitgebrachtes Vesper
machen. Aber wenn man bei Hafendörfer ist, muss man einfach mal
in die Verlockung gehen und sich
ein wenig Schokolade gönnen. Das ist einfach ein Genuss. Na, wenn’s bei dem einen Mal bleibt. Nach sechs harten Monaten kommt die Stunde der Wahrheit
im Mainzer Loft. Sind auch die Experten zufrieden? Wir freuen uns, dass Sie hier sind. Ziehen wir kurz das Fazit. Wie war es für Sie
in den letzten Monaten? Wenn ich denk,
wo ich herkomme – ich musste morgens oftmals
Cortison im Bett nehmen, damit ich überhaupt aufstehen
und arbeiten konnte. Heute steh ich auf, geh ins Bad,
richt mich und geh zur Arbeit. Und hab echt keine
oder kaum Schmerzen. Und das ist für mich
eine totale Lebensverbesserung. Und der Vorteil ist natürlich,
durch die gesamte Umstellung: Diese ganzen Tabletten,
die sind weg. Wie viel haben Sie vorher genommen?
– Tabletten? In Summe zehn Stück. Plus Spritzen.
– Und jetzt? Nix mehr. Ab und an mal
eine Kopfschmerztablette. Aber sonst … – Ich denk,
wir werden das schon kontrollieren. Wir schauen mal vorbei. Aber immer gerne, genau. Ein Riesenerfolg. Wird man das auch
an den Werten sehen? Also, ich finde, man kann supergut
die Körperformveränderung sehen. Das sind zehn Zentimeter
in der Taille. Das sind zehn Kilo.
– Das spür ich auch. Ja.
– Ja. Und durch diese Gewichtsabnahme
haben wir ja auch erreicht, dass eine ganze Menge
der Werte, der Laborwerte, also der Organe
sich verbessert haben. Wenn man sich
die Leber mal anschaut: Von den Werten her
sind alle im Normbereich. Dann haben wir
die ganzen Gelenke. Die Gelenksschmerzen.
Das ist deutlich reduziert. Wir haben das an den Werten
der Entzündung auch gesehen, dass die jetzt
im Normbereich sind. Und der zusätzliche Erfolg: dass von der Bauchspeicheldrüse her
der Zucker besser reguliert wird. Also, von einem Wert von 8,9,
war das ganz am Anfang, als Langzeitwert vom Zucker
jetzt auf 6,9 runter. Was Besseres …
Ist eigentlich ein irre Erfolg. Kann man voll zufrieden sein. Nach fünf Monaten hat Verena Walter
heute ihren Härtetest. Der erste Triathlon
nach langer Verletzungszeit. Die Bedingungen:
alles andere als gut. Regen, fünf Grad –
und das im Mai. Was ist da drin? Boah, heute denk ich nicht
an die Platzierung. Heute denk ich einfach nur
an … ankommen. Und an die warme Dusche! Ich will schon mein Bestes geben
und versuch, Spaß zu haben. Trotz alldem. Es geht los. (Mann:) Und die Nummer 58,
Verena Walter! Erste Disziplin: das Schwimmen. Die Triathletin
muss sich gut aufwärmen. Denn das Wasser ist eiskalt. (Belebte Musik, Jubel) Die ersten Bahnen laufen gut. Sie bleibt an den Besten dran. Zug um Zug
kämpft sie sich nach vorne. (Belebte Musik) Vor dem Radfahren hatte sie Sorge. Wegen ihrer chronischen Entzündung
im Sitzbein. Beim Training war alles super,
die Schmerzen fast weg. Auch heute
fährt sie bisher sehr rund. Gut, Verena, super!
– Meint ihr Freund. (Belebte Musik) Den Verhältnissen entsprechend. Ich hab jetzt gezählt, dass sie
aufm fünften, glaub ich, ist. Und … ja, ist das,
was sie erwartet hatte. Aber sie will noch mehr. Kämpft sich beim Laufen
nach und nach an den anderen vorbei. Schmerzen
scheint sie keine zu haben. Oder beißt sie
einfach nur die Zähne zusammen? (Belebte Musik) Die letzten eiskalten Meter
bis zum Ziel. Yeah! Boah! Leute! Ich bin da! Der Lauf war doch flüssig. Der Rücken …
war nur ein bisschen. Und jetzt mit der Kälte
weiß man eh nie, wie die Muskeln
und der Körper reagieren. Zwei Wochen später, in Mainz. Es waren sechs harte Monate
für die Triathletin. Es hat gedauert, bis sie gelernt hat,
auf viele Lebensmittel zu verzichten. Der Blähbauch ist nicht ganz weg,
aber besser. Und der Rest? Erzählen Sie mal.
Wie ist es Ihnen ergangen? Die erste Zeit im Dezember
war wirklich hart und schwierig. Es war immer ein Auf und Ab. Was war schwierig? Die ganze Umstellung,
weniger Kohlenhydrate, am Anfang ja gar keine. Das war, glaub ich,
wirklich wie ein Entzug. Weil ich hab ja alles weggenommen durch diese erhöhten Werte,
die wir hatten. Wir hatten ein paar Allergien. Ich hab immer nach irgendwelchen
Alternativen gesucht. Einmal hab ich versucht, mir aus Kartoffeln
ein Brötchen zu backen. Das schmeckte grauenhaft. Und der Sport?
Das war ja das Hauptaugenmerk. Wie hat der Sport sich entwickelt? Im Vergleich zum Beginn
ist es deutlich besser. Und ich hab jetzt auch
meine Saison geplant. Das konnte ich im Dezember
ja noch gar nicht. Aber wir haben
eine Athletin jetzt vor uns, die durch die Umstellung
viel gewonnen hat. Ganz toll,
wenn man sich die Figur anschaut, wenn man sich alleine
auch die Messwerte anschaut. Also, man kann trotz –
ich bin jetzt 38 – trotz fortgeschrittenem Alter
was positiv im Körper verändern. Ja, sehr gut. Also, viele sagen:
“Ist doch klar, bist schon alt.” “Dass die alles wehtut,
ist normal.” Nee. Ist es nicht. Und wie haben sich
ihre Werte entwickelt? Für eine Sportlerin
ist ja extrem wichtig, dass die Ausdauerleistung
extrem gut geworden ist. Wie sieht es mit der
Leistungsdiagnostik aus? Hat sich deutlich verbessert, oder?
– Auf jeden Fall. Ich hatte die besten Werte ever.
– Ever! Also, Herz-Kreislaufsystem
funktioniert. Wir haben auch eine Verbesserung
bei den Entzündungswerten. Grade bei Sitzbein und Sprunggelenk
ist es deutlich weniger geworden. Wir haben als Ursache vermutet, dass der Zucker
eine wesentliche Rolle spielt. Die Ernährung haben wir umgestellt.
Wie wirkt es sich aus? Ich fühl mich insgesamt besser. Ich hatte ja manchmal sogar
auch morgens nachm Aufstehen ein ganz schlechtes Gefühl,
fühlte mich, glaub ich, wie 80. Ich hoffe nicht,
dass ich mich mit 80 so fühle. Ich ging ganz gebückt ausm Bett
und brauchte eine Weile, bis ich gestretcht war. Auch das ist jetzt nicht mehr. Ich fühl mich sehr locker,
auch beim Laufen hab ich wieder einen runden Schritt,
und das fühlt sich gut an. Experiment gelungen. Bei beiden Kandidaten
hatten unsere Experten Erfolg. In nur sechs Monaten haben sie ihre Krankheiten
in den Griff bekommen. Durch gesunde Ernährung
und gezielten Sport – statt durch Medikamente. Und für Hans Dieter Oberle
gibt es noch eine Überraschung: ein Mountainbiketraining
vom Sportprofi. Vor sechs Monaten undenkbar. (Belebte Musik) So, jetzt wird es schnell. Wenn es bergab geht,
am besten immer so. Aus dem Sattel rausgehen,
das Gesäß etwas hinter den Sattel. Dadurch wird das Ganze
viel sicherer. Grade, wenn es so
über eine Wurzel geht. – Okay. Vor einem halben Jahr
konnte er nicht mal 200 Meter gehen und hasste Radfahren. So, da oben
sind wir gleich am Gipfel. Laufen lassen. Und jetzt Gas aufnehmen. Auch, wenn bei der Kondition
noch Luft nach oben ist. Na ja! Ha!
– Kurz vor Schluss. Absteigen ist besser als umfallen.
– Ja. Alles kein Problem. Nee, aber …
– High five. High five.
– War gut. Auch das gehört
zur Gesundheitsformel. Mal was Ungewohntes ausprobieren –
bei der Bewegung und beim Essen. Neue Herausforderungen
halten die Motivation hoch. Hans Dieter Oberle hat das
in den letzten Monaten geschafft. Jetzt muss er am Ball bleiben. Denn Krankheiten wie Rheuma
langfristig in den Griff zu bekommen, ist ein lebenslanger Marathon,
kein Sprint. SWR 2019

25 thoughts on “Gesund werden mit Sport und Genuss? Die Ernährungsformel | SWR Doku”

  1. IgG bzw. IgE Test werden hier probagiert ! Ihr seit vom ÖRR und macht Sendungen wo mit so einem Mist Menschen Hoffnung gemacht wird ! Diese Test sind nachweislich nutzlos, es werden lediglich Millionen damit verdient. Bitte bleibt bei evidenzbasierter Medizin !

  2. Prof. Froböse ist wieder beeindruckend kompetent. Aber warum Kohlenhydrate bei aktiven Menschen so schlecht dargestellt werden ist nicht immer verständlich.

  3. Leute, ernährt euch VEGAN: gut für die Umwelt, gut für die Tiere, gut für eure Gesundheit!
    Wer tierische Lebensmittel zur Gesundung empfiehlt, den kann ich nicht ernst nehmen. Viele renommierte Ärzte und Ökotrophologen plädieren für eine vegane Ernährung. Die gesündesten und ältesten Menschen sind die, die sich vegan ernähren, das haben schon die tibetischen Mönche vor 200 Jahren entdeckt. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Bohnen, Tofu, Nüsse, Haferflocken, Pflanzenmich…alles, was der Körper braucht.

  4. Diese kfa "Messung" ist absoluter Bullshit. Eigentlich sind alle kfa Messungen ungenauer Bullshit, also auch dexa scans.
    Der typ hat visceralfett ohne ende und die "Ernährungsexpertin" erzählt ihm noch, sein kfa/zu Muskel Anteil wäre in Ordnung.
    Lol, kannste dir net ausdengne

  5. 22:33 Frühstück Hauptmahlzeit und 22:44 Reizdarmsyndrom: schon das Auslassen des Frühstücks (Intervallfasten) kann das Reizdarmsyndrom
    beseitigen.

  6. 36:28 ´…und diese ganzen Tabletten sind weg.ˋ Oh, und das als Pharmareferent. Laß das nicht Deinen Chef hören. Jeder chronisch Kranke zählt – für den Umsatz.

  7. Als sehr aktiver Radfahrer fällt mir direkt die Haltung der Athletin auf dem Fahrrad auf. So sehr wie Sie dort mit der Hüfte wackelt, wundert es mich nicht, dass Sie dort Probleme bekommt. Vielleicht wäre es ein Ansatz das Fahrrad erstmal korrekt einzustellen, damit beim gemütlichen trampeln (so wie Sie es im Video macht) der Oberkörper, speziell die Hüftregion, stabil bleibt…
    Darüber hinaus könnte man auch mal gucken ob der oft recht schmale Rennradsattel überhaupt zu der Knochenstruktur passt oder nicht gerade genau in den entzündeten Bereich drückt.

  8. Krebs: Auch durch beschichtete Pfannen und Töpfe mit den Kunststoffen PFAO od. PTFE sowie Blei in Keramik-, Blausäure in Emaille-Beschichtungen. 500.000 Krebsneuerkrankungen + 220.000 Krebstote pro Jahr in BRD!!!!!! Echte Profis benutzen Eisenpfannen z.B. www.roesle.com/de od. www.debuyer-brandshop.com und Edelstahl Pfannen. Super: www.Zwilling.com/de => Pfanne „Sensation“. NUR Schaber aus Edelstahl. Super: Top-Wasserfilter von Amway www.espring.de filtert 99,99% aller Schadstoffe (Blei, Cadmium, Glyphosat, Medikamentenrückstände etc.) aus dem Wasser. Einfach an den Wasserhahn in der Küche anschrauben. Fertig. Per Ratenkauf über die Hausbank. Kostet pro Liter gereinigtes Wasser NUR ca. € 0,14 pro Liter auf das Jahr gerechnet für Trinken, Kochen, Tee und Kaffee. Super. Und an die Kinder denken. www.amway.de/unsere-marken/icook-de

  9. Sehr schöne Reportage , aber für mich nutzlos. Ich als Durchschnittsbürger Ü50 ohne nennenswerte Probleme weiß nun immer noch nicht wie ich mich am Besten ernähren sollte.

  10. 8:04 wenn man muskeln hat, hat man mehr hunger und die muskeln begünstigen damit heißhunger?? und dann muss der werte herr ständig snacken?? sonst was?.. sry aber die aussage kann ich nicht ernst nehmen. essen sie sich an reichlich gemüse (600-800gr am tag) satt, gute eiweißquellen, ei, fisch, fleisch, skyr, dann sollten keine (großen) heißhungerattacken auftauchen. ernähre mich seit geraumer zeit so, habe einiges an muskeln, geringen fettanteil. habe nie heißhungerattacken… alles gute!

  11. ist das wissenschaftlich erwiesen, dass schweinefleisch entzündungen auslöst? finde das klingt etwas hanebüchen… zumal leztens ja rauskam, dass beispielsweise rotes fleisch doch nicht krebserregend ist, wie es immer hies…

  12. Intervallfasten in Kombination mit Sport und einer pflanzlichen Ernährung kann so viel für den Körper tun. Ich liebs und fühl mich super gut damit!

  13. erste Option sollte bei entzündlichen Prozessen LCHF oder gar Keto sein. Erst wenn das nicht hilft, schaue man auf Zusatzstoffe. Es versteht sich von selber, dass wenig verarbeitete Nahrungsmittel zu bevorzugen sind.

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